Warum Hormone so viel bewegen
Östrogene steuern weit mehr als Zyklus und Fortpflanzung. Sie schützen die Blutgefäße, senken den Cholesterinspiegel, unterstützen die Leistung des Gehirns, hemmen Entzündungen und halten Haut und Schleimhäute geschmeidig. Fehlt Östrogen oder gerät das Verhältnis der Hormone zueinander aus dem Gleichgewicht, zeigt sich das an vielen Stellen des Körpers – oft an solchen, an denen zunächst niemand an die Hormone denkt.
Als Fachärztin für Frauenheilkunde mit dem Schwerpunkt Endokrinologie und Reproduktionsmedizin kennt Dr. Kerle diese Zusammenhänge aus über zwei Jahrzehnten Praxis. Genau darin liegt die Stärke der Hormonsprechstunde: Wir erkennen, was andere übersehen.
Östrogenmangel erkennen – unsere Erfahrung
Gelenkschmerzen. Viele Frauen bemerken nach dem Aufwachen Steifigkeit und Schmerzen in den kleinen Fingergelenken. Häufig folgt eine lange Untersuchungsreihe bis hin zu MRT und Rheumafaktoren – ohne Befund. Nach unserer Erfahrung steckt dahinter oft ein Östrogenmangel. Gelenkbeschwerden sind nicht selten sein erstes Zeichen. Lokal angewendetes Östrogen wirkt entzündungshemmend und kann die Beschwerden rasch lindern.
Trockenheit. „Man trocknet aus" – so beschreibt der Volksmund das Älterwerden. Tatsächlich steckt dahinter oft der Östrogenmangel: trockene Haut, trockene Schleimhäute, Scheidentrockenheit und das trockene Auge. Nach augenärztlicher Abklärung behandeln wir das trockene Auge unterstützend endokrinologisch.
Wassereinlagerungen. Östrogen beeinflusst den Wasserhaushalt bis in die einzelne Zelle. Ödeme in Fingern, Beinen oder Brustkorb sind häufig ein Zeichen einer hormonellen Dysbalance.
Libido. Das griechische Wort „Östros" bedeutet stürmische Ausgelassenheit – kein Zufall, dass die Lust zur Zyklusmitte am größten ist, wenn das Östrogen im hohen Normbereich liegt. Jede Störung kann die Libido einschränken. Bei Libidoverlust denken wir außerdem an einen Mangel an männlichen Hormonen (Androgenen).
Typische Anlässe
- unregelmäßige, ausbleibende oder sehr schmerzhafte Regelblutungen
- Spannen in der Brust vor der Regel, prämenstruelles Syndrom (PMS)
- PCO-Syndrom: Zyklusstörungen, vermehrte Körperbehaarung, unreine Haut
- wiederholte Fehlgeburten
- Wechseljahresbeschwerden: Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gelenkschmerzen
- Trockenheit von Haut, Schleimhäuten und Augen
- nachlassende Libido
- ausbleibende oder verzögerte Pubertät
- Schilddrüsenerkrankungen, einschließlich Hashimoto-Thyreoiditis
- Haarausfall (Alopezie)
- Erektionsstörungen – die Hormonsprechstunde steht auch Männern offen
Schilddrüse: Hashimoto und Unterfunktion
Die Schilddrüse ist der Taktgeber des Stoffwechsels – und eng mit den weiblichen Hormonen verwoben. Wir behandeln Schilddrüsenerkrankungen einschließlich der Hashimoto-Thyreoiditis, bei der wir auch die Selen-Versorgung überprüfen. Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) behandeln wir, wenn notwendig, mit einer Kombi-Therapie aus T4 und T3. Dabei gehen wir den Ursachen auf den Grund: Wird T4 in der Leber nicht ausreichend in das aktive T3 umgewandelt, detektieren wir die Ursachen dieser Umwandlungsprobleme und substituieren, wenn notwendig, fehlende Aminosäuren und unterstützen die Leber mit Leberregeneratoren.
Haarausfall und Erektionsstörungen
Auch Haarausfall (Alopezie) hat häufig hormonelle Ursachen – wir klären sie ab und behandeln gezielt. Und weil Hormone keine Frage des Geschlechts sind, behandeln wir in der Hormonsprechstunde auch Männer, insbesondere bei Erektionsstörungen und Androgenmangel.
So arbeiten wir
- Ausführliches Gespräch. Wir hören zu. Beschwerden, Zyklus, Vorerkrankungen, Medikamente, Lebenssituation – alles gehört ins Bild.
- Untersuchung. Gynäkologische Untersuchung, bei Bedarf Ultraschall.
- Hormondiagnostik. Hormonanalysen im Blut, an den richtigen Zyklustagen, sowie Funktionstests. Ergänzend testen wir auf Wunsch mit der Bioresonanz auf Belastungen und Mängel.
- Behandlungsplan. Wir erklären Ihnen die Ergebnisse verständlich und legen gemeinsam fest, wie es weitergeht.
Behandlung – so viel wie nötig, so wenig wie möglich
Viele hormonelle Beschwerden lassen sich naturheilkundlich regulieren – das ist unser erster Weg. Je nach Ursache setzen wir ein:
- Naturheilkunde: Homöopathie, Akupunktur und Bioresonanz, um die Selbstregulation des Körpers anzuregen
- Ernährung und Lebensstil als Fundament jeder hormonellen Balance
- Lokale Östrogenanwendung bei Trockenheit und Gelenkbeschwerden
- Hormonelle Behandlung bei Zyklusstörungen, PCO-Syndrom und in den Wechseljahren – wo sie nötig ist, individuell dosiert und regelmäßig kontrolliert
Die Kombination macht den Unterschied: Wo Hormone gebraucht werden, setzen wir sie gezielt und sparsam ein – und stärken gleichzeitig die Kräfte, die der Körper selbst mitbringt.
Anti-Aging-Medizin
Gesund, leistungsfähig und mit Freude älter werden – das ist keine Frage des Zufalls, sondern der hormonellen Balance. Wir beraten Sie, wie Sie Knochen, Gefäße, Haut, Gehirn und Lebenslust in und nach den Wechseljahren unterstützen können, und begleiten Sie mit einem individuellen Konzept aus Hormonmedizin, Naturheilkunde und Ernährung.
Rechtlicher Hinweis: Homöopathie, Akupunktur und Bioresonanz sind Verfahren der Komplementärmedizin; ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht allgemein anerkannt.